14.12.2011
Ende Oktober hat sich der Bundesverband Aquakultur im Wissenschaftszentrum Kiel gegründet. Er hat die Aufgabe, alle Belange der im Bereich der Aquakultur Tätigen zu fördern und zu vertreten. Dabei spielen insbesondere Aspekte der Nachhaltigkeit und Ethik eine zentrale Rolle. Ziel des Verbands ist es, die Öffentlichkeitsarbeit für die Aquakultur in Deutschland zu verstärken, ein nationales und internationales Netzwerk aufzubauen und Kooperationen zu fördern, um das wirtschaftliche Potenzial der Aquakultur stärker auszuschöpfen.
Rund 30 Unternehmen und Institutionen aus dem Bundesgebiet stellen die Gründungsgruppe des Verbandes. Die Initiative zur Verbandsgründung formulierte sich aus einem Dialog zwischen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Rahmen mehrerer Expertenworkshops in Kiel. Federführend legte damit das Gründungsteam, bestehend aus Prof. Federico Foders (Institut für Weltwirtschaft), Werner Kässens (KiWi GmbH, Kieler Wirtschaftsförderung) und Margit Pelzer (Maritime Projekte) das Fundament für den Bundesverband. Gemeinsam mit Dr. Jürgen Berndt (Consultant) und Andreas Hansen (Fischaufzucht Drellborg) bilden sie das Gründungspräsidium des Bundesverbands.
Inhaltlich wird sich der Verband mit den unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten der Aquakultur für die Ernährungsbranche (Algen, Fisch, Muscheln, Krebstiere), den Energiemarkt (Algen), Medizin (Algenbiotechnologie), die Kosmetik- und Pharmaindustrie (Algen, Krebstiere, Muscheln) sowie die Tierfuttererzeugung (Fisch) befassen. Die Aquakultur weist eine große Vielfalt auf, die nunmehr erstmals in einem eigenen Verband gebündelt wird. Somit können Synergien zwischen den Akteuren besser genutzt werden.
Der weltweite Verbrauch von Fisch wird heute bereits zur Hälfte aus der Aquakultur gedeckt. Die globale Nachfrage nach Aquakulturprodukten, die im Gefolge des Bevölkerungswachstums rapide zunimmt, verspricht ein hohes Wachstumspotential für die Aquakulturproduktion. Dabei kann sich insbesondere die deutsche Wirtschaft unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen erfolgreich positionieren.
Über die Vernetzung der Akteure, eine konzentrierte Marketingstrategie und gezielte Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft will der Bundesverband diese nachhaltigen Potenziale heben. Der Bundesverband wird sich mit der Wertschöpfung der Aquakultur in der Lebensmittelproduktion, der Medikamentenentwicklung, Energieerzeugung und der Herstellung von Kosmetika sowie der Verbesserung von Rahmenbedingungen für bestehende und neue Wirtschaftsaktivitäten beschäftigen.
Mittelfristig sind dezentrale Strukturen in den Bundesländern und eine enge Zusammenarbeit mit vorhandenen regionalen und überregionalen Organisationen im In- und Ausland geplant. Ebenso sollen der Aquakulturszene Informationen, Kontakte und andere Dienstleistungen über den Bundesverband angeboten werden.