Veranstaltung

Offshore-Windparks: Installation, Netzanbindung und Meerestechnik

Am Dienstag, den 04. Februar startete der „Kieler Branchenfokus: Windindustrie“ mit der ersten Veranstaltung des Jahres. 

Rund 120 Besucher machten sich auf den Weg in das Wissenschaftszentrum, um den Auftakt zu erleben. Mit dem Thema „Offshore-Windparks: Installation, Netzanbindungen und Meerestechnik“ gelang es der KiWi, die Teilnehmer aus der Windbranche, der maritimem Wirtschaft und den Hochschulen aus ganz Norddeutschland zu begeistern. 

Als erster Referent stellte Sascha Wiesner, Regional Manager bei der Firma A2SEA Deutschland GmbH, die größten sechs Windparks vor, an denen A2SEA Deutschland als Installateur mitgewirkt hat. Imposant beschrieb er die Hafen- und Transportlogistik sowie die großen und kleinen Herausforderungen, mit denen sie beim Aufbau zu kämpfen hatten. Am Beispiel von Gwynt-y-Môr verdeutlichte Wiesner den Umfang der Hafenkapazität. Hier benötigte A2SEA allein 90.000 qm als Vorstaufläche. Die Erfahrungen zeigen, dass nicht alles geplant werden kann – der Teufel steckt im Detail. Gerade die Faktoren wie Wind, Welle, Findlinge sind schwer kalkulierbar. 

Tim Meyerjürgens von der TenneT Offshore GmbH informierte aus Sicht des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers für die Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee über den Status der Netzanbindungen, die eingesetzte Technik bei der Verlegung der Stromkabel und die rechtlichen Rahmenbedingungen. TenneT hat Netzanschlusskapazitäten von 6,2 GW im Wert von knapp 8 Mrd. € beauftragt und ist damit, so Meyerjürgens, der größte Investor in die Energiewende. Eine Neuheit in der Seekabelverlegung ist das Vibrationsschwert. Bei dem Projekt Alpha Ventus aus dem Jahre 2008 wurde noch mit der Unterwasser-Fräse gearbeitet. Die Fläche, die durch den Eingriff beansprucht wurde, betrug damals noch ein Vielfaches der eigentlichen Kabeltrasse rund 134 ha. Seit dem Projekt DolWin1 in 2012 kommt die aktuellste Technik, dass Vibrationsschwert zum Einsatz. Der Eingriff ins Watt und den Meeresboden von ca. 6 ha beschränkte sich hierbei fast ausschließlich auf die Kabeltrasse. 

Aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume referierte Jens Sternheim über die Frage „Munition im Meer - ein Hindernis für die Energiewende?“. Ob Errichter von Windparks, Fischer oder Taucher, für die Arbeitsbereiche, die in Kontakt mit dem Meeresboden kommen, ist die Munition im Meer eine Gefahr. An einigen Stellen liegt Munition in Bergen von bis zu 5 Metern Höhe. Auch, dass in den deutschen Ostseegewässern rund 300.000 t konventionelle Munition liegen und in den deutschen Nordseegewässern sogar 1.300.000 t, sagte Sternheim. 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Torsten Turla, Geschäftsführer der MBT GmbH. Das Meerestechnische Büro Turla ist ein Vertriebs- und Beratungsbüro für Meeres- und Unterwassertechnik. Er berichtete über das Thema „Munition im Sediment – Eine Herausforderung für Detektion und Klassifizierung“. Der Umbau der Energieversorgung hin zu einem überwiegenden Anteil erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz ist ein richtiger und notwendiger Schritt. Für den Bau von weiteren Offshore-Windparks, so die Meinung von Herrn Turla muss die Technik für die Detektion und Klassifizierung von Munition, die oftmals auch unter dem Meeresboden liegt, aber noch verfeinert und kostengünstiger werden. Denn mit den jetzigen Methoden, wie z. B. das Fächerlotsystem, Seitensichtsonare oder Sedimentecholote lassen sich nur Stichproben nehmen. Den Meeresboden insgesamt abzusuchen, wäre zu kostspielig. Turla wünscht sich von den Windparkbetreibern, dass diese für die Erkundung der Altlasten in Zukunft mehr Geld in die Hand nehmen. 

Die Veranstaltungsreihe „Kieler Branchenfokus: Windindustrie“ ist eine Initiative der KiWi GmbH, unterstützt von ihren Kooperationspartnern Maritimes Cluster Norddeutschland und windcomm Schleswig-Holstein.

 

Präsentationen der Veranstaltung

Lessons learned from the Big 6 - ready for No. 7&8
Sascha Wiesner, Regional Manager A2SEA Deutschland GmbH

Status der Netzanbindungen von Offshore-Windparks
Tim Meyerjürgens, Leiter Projekte TenneT Offshore GmbH 

Munition im Meer - Ein Hindernis für die Energiewende? 
Jens Sternheim, Referent Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Munition im Sediment - Eine Herausforderung an Detektion und Klassifizierung
Torsten Turla, Geschäftsführer MBT GmbH

Die Präsentationen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht für anderweitige Zwecke genutzt werden.

 

Weitere Informationen

Programm 04.02.2014
Teilnehmerliste 04.02.2014
7. Kieler Branchenfokus: Windindustrie

 

Anmelden

Kontakt

KiWi GmbH
Wissenschaftspark Kiel
Neufeldt Haus
Fraunhoferstraße 2 - 4
24118 Kiel

Fon: 0431/24 84 - 0
Fax: 0431/24 84 - 111

E-Mail
Kontaktformular