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Geistesblitze aus dem echten Norden: Gewinner des Ideenwettbewerbs 2021/2022 ausgezeichnet

17.Februar 2022 – Bereits zum neunten Mal wurden  im Rahmen des Ideenwettbewerbs Schleswig-Holstein „Geistesblitze“ mit wirtschaftlichem Potenzial aus dem echten Norden ausgezeichnet. Seit 2004 wird der Wettbewerb von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) in Kooperation mit wechselnden Partnern organisiert, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum Hereon.

Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Preisverleihung im Kieler Wissenschaftszentrum sagte, belägen sämtliche Bewerbungen, „dass Corona den Gründergeist keineswegs in den Lockdown geschickt hat“. Nie sei es zudem so wichtig wie im Augenblick, durch Innovationen und Gründungen zur Erholung der Wirtschaft beizutragen und Arbeitsplätze zu schaffen. „Und dieser Wettbewerb im Schulterschluss mit der Wirtschaft motiviert Menschen, nicht nur aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Mut zu zeigen und sich und ihre Ideen zu präsentieren. Das ist eine Startrampe für geniale Ideen mit dem Ziel, aus Gedanken Projekte und aus den Projekten tragfähige Existenzen und Start-ups zu entwickeln“, sagte Buchholz.

„Nahezu alle StartUp-Supporter des Landes sind am Ideenwettbewerb beteiligt und lernen die Gründerinnen und Gründer bereits in einer sehr frühen Phase der Ideenentwicklung kennen. So ist es möglich, großartige Ideen mit Gründungspotential früh zu identifizieren und ihnen den Entwicklungsschub zu geben, den sie brauchen, um eine Erfolgsgeschichte zu werden. Die vielfältigen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, wie das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein oder der Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein unterstützen geben den notwendigen finanziellen Startschuss“, betont WTSH-Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche. Gesucht wurden zukunftsweisende Ideen für Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren aus schleswig-holsteinischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder anderen klugen Köpfen, die am Markt erfolgreich umgesetzt werden können.

Der erste Platz geht an Planterial, bestehend aus Hannes Stuhr (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Mika Siponen (Muthesius Kunsthochschule) und Claudius von Thaler (Fachhochschule Kiel). Die drei haben in interdisziplinärer Zusammenarbeit eine innovative und nachhaltige Idee umgesetzt: Ihre klimafreundlichen Plattenwerkstoffe aus schnell nachwachsenden Rohstoffen, mit denen sie der Bau- und Möbelbranche zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen wollen, belohnte die Jury mit einem Preisgeld von 7.500 Euro. Doch damit nicht genug – sie erhielten auch den mit 1.500 Euro dotierten Publikumspreis.

Die Zweitplatzierten adressieren ebenfalls ein aktuelles Problem: den Fach- und Nachwuchskräftemangel. Mit ihrem Unternehmen Ivlup!HR haben sie eine Anwendung entwickelt, mit der Unternehmen ihre HR und Personalentwicklung auf die in einer digitalen Arbeitswelt erforderlichen Kompetenzen ausrichten. Timo Schöber (Hochschule Frankfurt an der Oder), Frank Simoneit (Fachhochschule Westküste), Susanne Fehlhaber (Rechtsanwältin und Inhaberin) und Nick Wichert erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Den dritten Platz belegt Stina Becker, Gesundheits- und Krankenpflegerin und Psychologiestudentin, mit PflegeNebenan, einer Anwendung, die Pflegekräfte und Pflegebedürftige direkt miteinander vernetzt. Dafür erhält sie ein Preisgeld von 2.500 Euro.

Über den Forschungspreis in Höhe von 5.000 Euro freuen sich Philip Mohr und Dr. Christina Krywka (Wissenschaftlerin am Helmholtz-Zentrum Hereon) für ihr drohnenbasiertes System für zerstörungsfreie Prüfung (Drone Assisted X-ray Inspection, DAXI), das durch Röntgenbildgebung Einblicke in sonst verschlossene Bereiche, wie etwa im Konstruktionsbau oder bei Pipelines.)

Den Hauptpreis von 7.500 Euro stiftet die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Der zweite Preis in Höhe von 5.000 Euro wird gestiftet von der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH und der dritte Preis in Höhe von 2.500 Euro stiftet der Nordzentren e.V. Den Publikumspreis in Höhe von 1.500 Euro stiftet der StartUp SH e.V. Zusätzlich wird ein Forschungspreis in Höhe von 5.000 Euro verliehen, der von dem Helmholtz-Zentrum Hereon GmbH gestiftet wird. Der Wettbewerb wird mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein II unterstützt.

Die eingereichten Ideen wurden zunächst von jeweils vier unabhängigen Experten und Expertinnen begutachtet und bewertet. Die dabei ausgewählten Finalisten und Finalistinnen präsentierten ihre innovativen Gründungsideen am 20. Januar 2022 vor einer fast 40-köpfigen Jury. Diese setzt sich aus erfahrenen Partnern und Partnerinnen der Wissenschaft, Wirtschaft und der Förderinstitutionen des Landes zusammen. Sie bewertete unter anderem die Idee, deren Einzigartigkeit, das Marktpotential, die Kompetenzen und Fähigkeiten, den Pitch selbst sowie deren Bedeutung für Schleswig-Holstein und wählte die Gewinnerinnen und Gewinner aus.

Die Sieger-Projekte

1. Preis (7.500 Euro, gestiftet von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und Publikumspreis, gestiftet vom StartUp SH e.V.)
Gleich doppelt räumen die drei Gründer von Planterial ab und erhalten sowohl den ersten Preis als auch den Publikumspreis. Ihr Produkt überzeugt durch seine besondere Bedeutung für eine nachhaltige Werkstoffproduktion. Bau- und Werkstoffe, die etwa im Möbel-, Messe- und Innenausbau oder in der Fast-Furniture-Industrie verwendet werden, kommen nicht ohne Spanplatten aus. Was zunächst nach einem nachwachsenden Rohstoff klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Umweltbelastung: Durch die Verwendung konventioneller Spanplatten gelangen große Mengen umweltschädlicher, nicht recyclebarer und kurzlebiger Werkstoffe in den Umlauf. Dieses Problem löst Planterial bestehend aus Hannes Stuhr (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Mika Siponen (Muthesius Kunsthochschule) und Claudius von Thaler (Fachhochschule Kiel). Die drei haben innovative und klimafreundliche Plattenwerkstoffe aus schnell nachwachsenden Rohstoffen, nämlich der Hanfpflanze und einem erdölfreien Bindemittel, entwickelt. Ihr Produkt ist zudem CO2-neutral. „Mein Glückwunsch geht an Planterial für den ersten Preis. Ihre Gewinner-Idee zeigt in diesem Jahr einmal mehr das kreative Potenzial in Schleswig-Holstein – und wie dieses Potenzial zukunftsweisend nachhaltig genutzt wird“, sagt der Vorstandsvorsitzende der IB.SH Erk Westermann-Lammers.

2. Preis (5.000 Euro, gestiftet von der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH)
Ein vierköpfiges Team, das ebenfalls ein aktuelles Problem adressiert, belegt den zweiten Platz: Timo Schöber (Hochschulen Frankfurt an der Oder), Frank Simoneit (Fachhochschule Westküste), Susanne Fehlhaber (Rechtsanwältin und Inhaberin) und Nick Wichert wollen den Fach- und Nachwuchskräftemangel angehen. Mit Ivlup!HR haben sie eine Anwendung entwickelt, mit der Unternehmen ihre HR und Personalentwicklung, auf die in einer digitalen Arbeitswelt erforderlichen Kompetenzen ausrichten. Zu können Dabei kombiniert das zweitplatzierte Team Elemente aus dem E-Sport-, HR- und Managementkompetenzen. So sollen Unternehmen Talente besser und schneller identifizieren können, um geeignetes Personal frühzeitig und langfristig zu entwickeln und zu binden. „Gründungen und Innovationen sind ein wichtiger Motor unseres Wachstums und der Boden auf dem Neues wächst. Sie modernisieren mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen nicht nur unsere Wirtschaft, sondern stellen auch sicher, dass wir hier auch morgen noch wettbewerbsfähige Unternehmen vor Ort haben “, sagt MBG Geschäftsführer Holger Zervas.

3. Preis (2.500 Euro, gestiftet vom Nordzentren e.V.Den dritten Platz belegte Stina Becker mit ihrer Anwendung PflegeNebenan. Die examinierte Krankenpflegerin und Psychologiestudentin kennt die Probleme der Pflegebranche aus erster Hand. Mit ihrem Produkt möchte sie dem Pflegenotstand entgegenwirken, mehr Qualität und Vertrauen in das Verhältnis zwischen Pflegekraft und pflegebedürftiger Person bringen. Das soll mit einer App erreicht werden, die Bedarfe und Kapazitäten ganz individuell zusammenbringt. Dabei werden sich Pflegekräfte und Pflegebedürftige, ähnlich wie bei den bekannten Dating-Apps, matchen können und sich in ihrer nahen Umgebung, passend zu den pflegerischen Qualifikationen und individuellen Zeiten direkt vernetzen. „Gründerinnen und Gründer sind maßgebliche Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung und den Strukturwandel im echten Norden. Der Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein gibt entscheidende, wichtige Impulse für ein innovatives Gründungsgeschehen", meint Andree Mehrens, Vorstandsmitglied des Nordzentren e.V., der Interessenvereinigung der Schleswig-Holsteinischen Technologie- und Gründerzentren.

Forschungspreis (5.000 Euro, gestiftet von der Helmholtz-Zentrum Hereon GmbH)
Über den Forschungspreis in Höhe von 5.000 Euro freuen sich Philip Mohr und Dr. Christina Krywka für ihr drohnenbasiertes System für zerstörungsfreie Prüfung, das durch Röntgenbildgebung Einblicke in sonst verschlossene Bereiche gibt, wie etwa im Konstruktionsbau, bei Pipelines oder in Frachtgut. Damit erobern sie eine Marktlücke, nämlich den der Röntgenanalysesysteme, die sich dem Untersuchungsobjekt aus der Luft nähern. „Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist der Ideenwettbewerb eine wertvolle Möglichkeit, ihre Ideen und Forschungsergebnisse zu konkreten Anwendungen weiterzuentwickeln“, sagt Friedrich von Rantzau, Leitung Stabsabteilung Innovation und Transfer der Helmholtz-Zentrum Hereon GmbH.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
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Titelbild by Marvin Radke on Unsplash

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