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Kiel.Works: Warum wir kluge Köpfe für noch mehr Innovation brauchen – meet Werner Kässens

17. März 2021 - Kiel.Works möchte Unternehmen und Studierende miteinander verbinden. Wir haben Kiel.Works ins Leben gerufen, um Matchmaker zu sein und Netzwerke zu knüpfen – zwischen Absolvent*innen auf der einen Seite und etablierten Unternehmen auf der anderen. Das Ziel: Zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und die Kieler Unternehmen damit durch den Struktur- und den digitalen Wandel begleiten. Was es dafür braucht, welche Voraussetzungen geschaffen werden sollten und welche Erwartungen beide Seiten haben, darüber sprechen wir bei Kiel.Works. Außerdem wollen wir sichtbar machen, dass Kiel eine großartige Stadt zum Leben und zum Arbeiten ist.

Wir fragen Kieler Unternehmer*innen, Studierende und andere Akteur*innen, was sie über den Wirtschaftsstandort Kiel und die „klugen Köpfe“ der Landeshauptstadt denken. Den Anfang macht KiWi-Geschäftsführer Werner Kässens:

Herr Kässens, wie bewerten Sie den Wirtschaftsstandort Kiel?

Kiel gehört als wachsende Stadt mit 249.00 Einwohnern zu den häufig zitierten „Schwarmstädten“: eine solide Wirtschaft, wachsende Hochschulen, ein attraktives Freizeitangebot und eine gute Infrastruktur sind wesentliche Standortfaktoren in Kiel. Die mittelständische Wirtschaft in Kiel erweist sich seit Jahren als stabil, vor allem in ökonomischen Krisenzeiten der letzten zwei Jahrzehnte. Doch auch Kiel befindet sich mit den rund 9.600 Unternehmen und 127.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen in einem Strukturwandel. Das zeigen die wirtschaftlichen Herausforderungen des digitalen Wandels, das veränderte Weltklima und die Wirkungen durch den Corona-Lockdown. Der Fokus der Wirtschaftsförderung liegt darin, diesen Strukturwandel mit zu gestalten und Unternehmen aktiv in Transformationsprozessen zu unterstützen. Ziel ist die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen und auch des Wirtschaftsstandorts insgesamt.

Was macht Kiel als Wirtschaftsstandort besonders?

Allein 1.300 Unternehmen mit rd. 9.000 Beschäftigte können in Kiel der Kreativwirtschaft und der Digitalen Wirtschaft zugeordnet werden, die als Innovationstreiber für alle anderen Branchen eine wichtige Rolle spielen.

Der Schwerpunkt der Kieler Industrie liegt in der maritimen Wirtschaft, der Bahntechnik, dem Maschinenbau und der Gesundheitswirtschaft. Gerade hier ist es wichtig, das neue Innovationen entstehen, denn das sind die Treiber für Wirtschaftskraft, Zukunftsfähigkeit und damit auch für Arbeitsplätze. Und ein Arbeitsplatz in der Industrie zieht die Entstehung von bis zu drei Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich nach sich.

Das setzt natürlich auch voraus, dass qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen. Mit den 36.000 Studierenden in den 4 Hochschulen, 7.400 Auszubildenden in den 4 Berufsschulen verfügt Kiel über ein sehr gutes Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot. Vor allem das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) sind international anerkannte Forschungsinstitute mit herausragender Reputation. Das ist für Kiel insofern von Bedeutung, da die Fachkräfte in dem Wettbewerb um Unternehmensansiedlungen eine immer bedeutendere Rolle spielen.

Was würden Sie Unternehmer*innen mit auf den Weg geben?

Die Zukunft ist unbekannt. Mit dieser Unsicherheit umzugehen fällt uns schwer. Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft bedeutet Offenheit für Transformations- und Veränderungsprozesse durch Digitalisierung, neue Technologien und neue Formen der Zusammenarbeit. Innovation ist der größte Motor für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Diese entstehen da, wo Erfahrung auf Neugier, Regionalität auf Globalität treffen, wo Unternehmen und Technologien zusammenkommen, wo Grundlagenforschung in die Anwendung gelangt, wo etablierte Firmen mit Start-ups kooperieren.

Erhebliche Innovationspotenziale sehen wir für Kiel im Bereich Digitalisierung, Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit. Es geht für eine innovative Wirtschaftsförderung vor allem darum, Transformations- und Innovationsprozesse dahingehend zu fördern. Der Wissenstransfer erfolgt über die klugen Köpfe. Die akademische und die duale Ausbildung sind wichtige Standortfaktoren in Kiel. Diese Talente und Fachkräfte gilt es mit attraktiven Unternehmen zu vernetzen, um so die Zukunftsfähigkeit für den Wirtschaftsstandort zu fördern. Für Unternehmen bedeutet das, offen zu sein für neue Ideen, für Kooperationen, für neue Netzwerke und vielleicht für ganz neue Geschäftsmodelle. Nur so kann eine Transformation gelingen.

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