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08. Oktober 2026
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Kieler Start-up Spotlight: TeachPie macht individuelles Lernen im Schulalltag möglich

Eine Lehrkraft, viele unterschiedliche Lernbedürfnisse: Während ein Kind noch eine Erklärung braucht, sind andere längst bei der nächsten Aufgabe. Individuelle Lernbegleitung ist im Schulalltag wichtig – doch oft fehlt dafür die nötige Zeit.

Aus dieser Erfahrung entstand die Idee für TeachPie. Gründer Daniel Wohlert ist Lehrer und Entwickler und entwickelte die Plattform aus seiner Arbeit an einer Kieler Schule heraus. Mit seinem Kieler Start-up Astep Ahead verbindet er Unterrichtsplanung und Materialerstellung mit einem digitalen Lernraum und KI-Lernbegleiter, der Schüler*innen individuell unterstützt.

Mit einem KI-gestützten System können Lehrkräfte zudem per einfacher Texteingabe vollwertige, individuell zugeschnittene Unterrichtsmaterialien erstellen.

Dabei behalten Lehrkräfte die Lernfortschritte im Blick und können gezielter auf einzelne Kinder eingehen.

TeachPie schafft damit mehr Raum für individuelle Lernwege und unterstützt Lehrkräfte gleichzeitig bei der Vorbereitung und im Unterricht, sodass jedes Kind in seinem eigenen Rhythmus optimal begleitet werden kann.

Mockup TeachPie Plattform

Wir haben einmal genauer bei TeachPie nachgefragt, wie sie bisher auf ihrem Weg in der Gründungszene in Kiel, sowohl finanziell als auch fachlich, unterstützt wurden und was für sie das Besondere am Kieler Wirtschaftsstandort ist.

Was bietet Euch Kiel als Gründungsstandort für Vorteile?

Für uns liegen in Kiel Schulpraxis, Schulentwicklung und Bildungsforschung nah beieinander. Unser Gründer arbeitet selbst an einer Kieler Schule.  Zudem stehen wir stehen regelmäßig mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH), im Austausch. Mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) gibt es außerdem Bildungsforschung direkt vor Ort, an die wir künftig stärker anknüpfen möchten. Im Bildungsraum, ein Projekt von SEEd und opencampus.sh, treffen wir regelmäßig Lehrkräfte, die Schule weiterdenken wollen. Dort haben wir TeachPie bereits vorgestellt und sind erneut für einen Beitrag eingeladen. Auch der Austausch mit der Kieler Wirtschaftsförderung hat uns von Anfang an geholfen. Solche kurzen Wege zu Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven sind für uns ein Vorteil des Standorts.

Welche Infrastruktur in Kiel nutzt Ihr für Euer Start-up, welche sind bisher besonders wertvoll?

Aktuell nutzen wir noch private Räumlichkeiten als Büroräume. Mit dem weiteren Teamaufbau möchten wir uns aber gerne vergrößern. Das Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ), ist dabei eine mögliche Option.

Welche Art von Unterstützung (finanziell, beratend, etc.) habt Ihr bisher auf Eurem Weg von wem erhalten?

2024 haben wir mit TeachPie beim Digitalisierungspreis Schleswig-Holstein den Sonderpreis in der Kategorie Innovation in Bildung gewonnen. Das war eine schöne Anerkennung, und das Preisgeld hat uns beim anfänglichen Aufbau geholfen.

Ein wichtiger fachlicher Beitrag war die gemeinsame Machbarkeitsstudie mit dem Zukunftslabor Generative KI bei KI.SH. Dabei haben wir Unterstützung bei der Recherche und beim Testen von KI-Ansätzen für unsere Materialerstellung erhalten. Die Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein begleiten uns seit den Anfängen.

Dazu kommen das Sparring mit der KiWi, Austausch und Vernetzung durch Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH) sowie unser Netzwerk aus Lehrkräften und Schulleitungen. Diese vielen unterschiedlichen Perspektiven helfen uns, TeachPie und unser Unternehmen weiterzuentwickeln.

Welche Rolle haben Mentor*innen oder lokale Netzwerke bei dem Aufbau Eures Start-ups gespielt?

Die Mentoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein helfen uns, regelmäßig einen Schritt aus dem Tagesgeschäft herauszutreten.

Etwa vierteljährlich schauen wir gemeinsam darauf, wo wir stehen und was als Nächstes wichtig ist. Dabei werden uns immer wieder Dinge bewusst, die im Alltag untergehen. Das hilft uns, Prioritäten zu setzen und den roten Faden zu behalten.

In den lokalen Netzwerken finden wir Menschen, mit denen wir Fragen besprechen und neue Ideen entwickeln können. Für uns ist das besonders hilfreich, weil wir beim Aufbau von TeachPie sowohl pädagogische und technische als auch unternehmerische Entscheidungen zusammenbringen müssen.

Bootstrapping, Venture Capital, Fördermittel, Darlehen, ... wie seid Ihr finanziert und welche Tipps habt Ihr für andere Start-ups auf der Suche nach Kapital?

Wir haben TeachPie bisher überwiegend mit eigenen Mitteln und viel eigener Entwicklungsarbeit aufgebaut. Hinzu kam das Preisgeld des Digitalisierungspreises. Für die nächste Entwicklungs- und Wachstumsphase möchten wir eine Finanzierung schaffen, mit der wir unser Team ausbauen und die Plattform weiterentwickeln können.

Unser Tipp ist, genau zu überlegen, was die Finanzierung als Nächstes ermöglichen soll. Bei uns geht es auch darum, Menschen mit ergänzenden Fähigkeiten ins Team zu holen. Kapital allein löst nicht jede Herausforderung. Deshalb zählen für uns ebenso die Erfahrung und das Netzwerk eines Partners sowie sein Verständnis dafür, wie lange Veränderungen im Bildungsbereich brauchen.

Was waren Eure größten Herausforderungen auf Eurem Weg bis heute und insbesondere bei der Suche nach externen Finanzmitteln?

TeachPie lässt sich nicht nebenbei bauen. Wir haben viel Zeit investiert, um die Plattform technisch und didaktisch gründlich zu durchdenken und weiterzuentwickeln. Dadurch wissen wir heute sehr genau, wie wir KI für individuelle Lernbegleitung im Schulalltag einsetzen können. Die Herausforderung war, mit unseren begrenzten personellen Möglichkeiten gleichzeitig auch Marketing, Vertrieb und Finanzierung voranzubringen.

Bei der Finanzierung kommt hinzu, dass Schulen vergleichsweise lange Entscheidungs- und Einführungsprozesse haben, während wir für die Entwicklung schon erheblich investieren müssen. Wir haben bereits Investorengespräche geführt, soweit jedoch noch keinen Partner gefunden, der zu unserem Vorhaben und unserer Entwicklungsphase passt. Wir suchen jemanden, der neben Kapital auch Erfahrung und Netzwerk mitbringt und die langfristige Entwicklung im Bildungsmarkt versteht.

Was könnt Ihr anderen Gründer*innen als Tipps mit auf den Weg geben?

Denkt euer großes Vorhaben gründlich durch, aber findet einen klaren ersten Kern, mit dem ihr nach außen gehen könnt. Für uns war die intensive Entwicklung wichtig, um TeachPie technisch und didaktisch zu verstehen. Gleichzeitig braucht es den Austausch mit den Menschen, die das Produkt später nutzen sollen.

Sucht euch früh Menschen, die eure Fähigkeiten ergänzen und andere Perspektiven mitbringen. Wir merken selbst, dass man nicht alles gleichzeitig mit der gleichen Aufmerksamkeit machen kann. Achtet dabei auf fachliche Erfahrung und darauf, dass ihr menschlich zusammenpasst. Und auf den gemeinsamen Antrieb: Menschen, die für die Idee brennen und sie mit eigenen Ideen voranbringen wollen.

Welche Unterstützung aus unserem Netzwerk kann Euch dabei helfen noch weiter zu wachsen?

Wir suchen Finanzierungspartner für eine substanzielle Seed-Runde, die auch den Weg in größere Wachstumsrunden mit uns gehen können. Damit wollen wir Teamaufbau, technologische Entwicklung und wissenschaftliche Validierung finanzieren. Besonders interessant sind Partner, die Erfahrung mit größeren Finanzierungen, ein gutes Netzwerk und einen langfristigen Blick auf den Bildungsmarkt mitbringen.

Für unser Team suchen wir zudem Menschen mit fundierter Erfahrung in Vertrieb und Marketing. Sie sollten digitale Produkte verständlich vermitteln und deren Vermarktung aufbauen können. Erfahrung im Bildungsbereich ist wertvoll, ebenso der Antrieb, individuelle Lernbegleitung im Schulalltag voranzubringen

Sie wollen noch mehr über TeachPie erfahren oder können das Start-Up mit Ihrem Netzwerk und Know-how unterstützen?

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