Viele Unternehmen möchten KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini nutzen – stoßen dabei jedoch schnell an Datenschutzgrenzen. Doch wie lassen sich leistungsstarke KI-Modelle nutzen, ohne sensible Daten preizugeben?
Genau hier setzt das Kieler Start-up anymize an. Die entwickelte Lösung macht es möglich, KI-Modelle datenschutzkonform zu nutzen – ohne zusätzlichen Aufwand für Unternehmen. Sensible Daten werden automatisch erkannt und anonymisiert, bevor sie an die KI übermittelt werden. Nach der Verarbeitung setzt anymize die Originaldaten wieder ein. Der gesamte Prozess läuft automatisiert und in Sekunden ab, während der inhaltliche Zusammenhang erhalten bleibt.
Mit anymize erhalten Unternehmen Zugang zu allen gängigen KI-Modellen über eine zentrale Oberfläche – datenschutzkonform, flexibel und ohne Aufpreis pro Modell. So wird der Einsatz von KI im Unternehmensalltag nicht nur sicher, sondern auch praktikabel.
Quelle: anymize
Hinter anymize steht ein erfahrenes Team: Nikolai Raitschew, aktuell noch Schüler der 12. Klasse und parallel Juniorstudent der Volkswirtschaftslehre an der CAU Kiel, verantwortet Technik und Geschäftsführung. Raitschin Raitschew bringt als Seriengründer und Mentor über 20 Jahre Erfahrung im Softwarebereich ein, Petra Vogt verfügt über jahrzehntelange Expertise in IT-Management und Fachjournalismus, und Tim Eisenreich kümmert sich um Vertrieb und Neukundengewinnung.
Gemeinsam bilden sie eine starke Einheit mit einer klaren Mission: KI einfach, sicher und verantwortungsvoll nutzbar zu machen.
Aktuell nimmt anymize am zweiten Durchlauf unseres Accelerator-Programms KielRegion.Accelerates teil und arbeitet dort weiter an der Skalierung seiner Lösung – ein weiteres Beispiel dafür, wie junge Teams aus der Region zukunftsrelevante Technologien vorantreiben.
Wir haben einmal genauer bei anymize nachgefragt, wie sie bisher auf ihrem Weg in der Gründungszene in Kiel, sowohl finanziell als auch fachlich, unterstützt wurden und was für sie das Besondere am Kieler Wirtschaftsstandort ist.
Kiel ist klein genug, dass man die Leute kennt, die relevant sind. Man sitzt nicht anonym in einem Co-Working-Space mit 500 anderen Start-ups. Wenn du jemanden brauchst, sind es meistens ein, zwei Kontakte Abstand.
Für uns funktioniert das gut. Wir brauchen kein Berlin-Tempo. Wir brauchen solide Kundenbeziehungen und die entstehen in Kiel leichter, weil alles persönlicher ist.
Wir sitzen im Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ). Dazu nutzen wir die Angebote und Events von KiWi, KI.SH, WTSH und DiWiSH – vor allem, um mit potenziellen Kund*innen und anderen Gründer*innen ins Gespräch zu kommen.
GLXY unterstützt uns bei der Infrastruktur und beim Investment. Das macht vieles einfacher, weil wir nicht bei null anfangen müssen. Dazu bringen wir im Team zusammen gut 50 Jahre Erfahrung im Aufbau von Tech-Produkten mit. Das erspart uns einige Umwege.
Unsere ersten Kunden kamen über Kontakte aus der Kieler Szene. Nicht durch Kaltakquise oder Ads, sondern weil jemand jemanden kannte, der genau das Problem hatte, das wir lösen. Das ist der Vorteil von einem überschaubaren Netzwerk – die Wege sind kurz.
Im Team selbst steckt viel Erfahrung aus früheren Unternehmen. Das hilft weniger beim "Wie bauen wir das?" und mehr beim "Was lassen wir weg?"
Komplett aus eigener Tasche. Kein VC, kein Förderprogramm.
Unser Ansatz: Erst zeigen, dass Leute das Produkt wirklich wollen. Dann entscheiden, ob externes Kapital überhaupt nötig ist. Mit den heutigen Tools – gerade im KI-Bereich – kann man schnell einen Prototypen bauen und testen, ob der Markt da ist.
Wenn Traktion da ist, stellt sich die Frage oft anders: Braucht man wirklich einen VC? Oder reicht ein Kredit oder Revenue-based Financing?
Bootstrapping hat einen großen Vorteil: Du baust, was Kunden brauchen. Nicht, was Investoren hören wollen.
Unsere Zielgruppe ist breit. Wirklich breit. Von Schornsteinfegern über Steuerberater bis zu Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfern. Jede Branche spricht eine andere Sprache und hat andere Anforderungen. Das macht Marketing und Vertrieb aufwändig.
Dazu kommt: Viele potenzielle Kund*innen wissen noch gar nicht, was sie mit KI anfangen können. Oder sie haben gehört, dass man das "aus Datenschutzgründen nicht darf". Wir müssen also nicht nur unser Produkt erklären, sondern oft erstmal KI an sich.
Bisher haben wir keine externen Finanzmittel gesucht, also auch keine Schwierigkeiten gehabt. Die Herausforderung liegt eher darin, organisch sichtbar zu werden – dass Unternehmen auf uns zukommen, weil sie von uns gehört haben, nicht weil wir sie anrufen.
Baut zunächst etwas und holt Euch frühzeitig Feedback ein. Sobald ihr erste Traktion seht, ist das ein gutes Zeichen. Aber wir würden niemals etwas Größeres bauen, bevor wir ein Feedback dazu haben.
Gerade mit KI kann man heute super schnell Prototypen bauen, um zu testen, ob es überhaupt Bedarf gibt. Und wenn Traktion da ist, stellt sich oft die Frage, ob man überhaupt Fremdkapital braucht – oder ob es auch anders geht.
Das Wichtigste: Wirklich mit der Zielgruppe sprechen und ihren Need verstehen. Es geht nicht darum, was ihr denkt, was sie brauchen – sondern was sie tatsächlich brauchen.
Ehrlich gesagt: Weiterempfehlungen. Wenn jemand Unternehmen kennt, die KI einsetzen möchten, aber aufgrund von Datenschutzbedenken zögern, stellen Sie gern den Kontakt zu uns her.
Darüber hinaus freuen wir uns über Tipps im Bereich Marketing und Sales. Das ist aktuell unsere größte Herausforderung. Wir verfügen über ein funktionierendes Produkt und Kund*innen, die es intensiv nutzen – nun geht es darum, diese Lösung noch bekannter zu machen.
Wer Erfahrung in diesem Bereich hat oder Kontakte zu Entscheider*innen in Kanzleien, Steuerberatungen oder Beratungsunternehmen, kann sich gerne bei uns melden.
In den kommenden fünf Monaten arbeiten sechs wachstumsorientierte Start-ups aus Kiel sowie den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön daran, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und den nächsten Skalierungsschritt zu gehen.
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