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19. Januar 2026
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Kieler Start-up Spotlight: retailflow macht Verkauf im Store smarter

Gute Beratung entscheidet über den Kauf – doch im stationären Handel fehlt dafür oft die Zeit. Gleichzeitig verändert sich das Kaufverhalten: Vor allem jüngere Zielgruppen holen sich ihre Infos längst per KI-Chat.

Genau dieses Spannungsfeld haben die Gründer Christoph von Trotha und Max Löhrer früh erkannt und mit retailflow eine KI-gestützte Kundenberatung direkt für den Einzelhandel entwickelt – einfach per QR-Code, individuell im Look des Händlers und ohne App-Download. Kund*innen können Produkte vergleichen, Fragen stellen und Empfehlungen erhalten – schnell, einfach und direkt vor Ort.

Für Händler bedeutet das: entlastete Verkaufsteams, fundiertere Kaufentscheidungen auf Kundenseite und eine bessere Customer Experience. Retailflow lässt sich unkompliziert integrieren und skaliert problemlos über viele Filialen hinweg.

Screenshot Website retailflow

Screenshot Website retailflow.app

Die Wurzeln von retailflow liegen in einem früheren Projekt der beiden Gründer: Mit mudioo entwickelten sie zunächst eine Software für digitale Museumsführungen. Aus Anfragen zur Nutzung der Technologie in Verkaufsausstellungen entstand schließlich retailflow – als nächster Schritt und als KI-basierte Beratungslösung speziell für den stationären Handel. mudioo besteht weiterhin, retailflow markiert jedoch den Fokus auf den stationären Verkauf.

Dass die Idee überzeugt, zeigte sich zuletzt beim GründungsCup 2025 der KielRegion, bei dem das Team den zweiten Platz belegte  - ein SAAS-Produkt made in Kiel auf Erfolgkurs.

Wir haben einmal genauer bei retailflow nachgefragt, wie sie bisher auf ihrem Weg in der Gründungszene in Kiel, sowohl finanziell als auch fachlich, unterstützt wurden und was für sie das Besondere am Kieler Wirtschaftsstandort ist.

Was bietet Euch Kiel als Gründungsstandort für Vorteile?

Als Gründungsstandort bietet Kiel uns ein Umfeld, in dem Austausch unkompliziert, Kontakte schnell geknüpft und ein unterstützendes Netzwerk gut aufgebaut werden kann.

Welche Infrastruktur in Kiel nutzt Ihr für Euer Start-up, welche sind bisher besonders wertvoll?

Wir sind im Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ) ansässig, das für uns ein idealer Standort ist: flexibel, professionell und optimal auf die Bedürfnisse wachsender Start-ups zugeschnitten. Besonders wertvoll sind hier die Arbeitsbedingungen, die Nähe zu anderen Gründungsteams sowie die Vernetzungsmöglichkeiten.

Zuvor waren wir in der starterkitchen von opencampus.sh und davor im StartUp-Office der HAW Kiel im Rahmen des Gründungsstipendiums Schleswig-Holstein.

Welche Art von Unterstützung (finanziell, beratend, etc.) habt Ihr bisher auf Eurem Weg von wem erhalten?

Wir haben beratende und finanzielle Unterstützung durch das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein, den Seed-Bonus der WTSH sowie das Business Angel-Netzwerk Baltic Business Angels erhalten.

Mit dem SeedBonus werden schleswig-holsteinische Unternehmen beim Aufbau und der Skalierung innovativer und wachstumsorientierter Geschäftsmodelle unterstützt, die nicht älter als fünf Jahre sind.

Welche Rolle haben Mentor*innen oder lokale Netzwerke bei dem Aufbau Eures Start-ups gespielt?

Mentor*innen und lokale Netzwerke sind für uns sehr wichtig. In Kiel haben wir ein starkes Netzwerk mit kurzen Wegen zu vielen Ansprechpartner*innen - das hilft uns in vielen Bereichen ganz konkret weiter.

Bootstrapping, Venture Capital, Fördermittel, Darlehen, ... wie seid Ihr finanziert und welche Tipps habt Ihr für andere Start-ups auf der Suche nach Kapital?

Wir sind durch einen Business Angel finanziert, was für uns sehr gut passt, da wir eng zusammenarbeiten und er viel Know-how ins Unternehmen einbringt.

Unser Tipp: Nehmt euch genug Zeit, potenzielle Investor*innen auch persönlich kennenzulernen, denn gerade in frühen Phasen ist eine gute menschliche Basis für eine enge Zusammenarbeit entscheidend.

Was waren Eure größten Herausforderungen auf Eurem Weg bis heute und insbesondere bei der Suche nach externen Finanzmitteln?

Eine der größten Herausforderungen ist es, bei großen Corporates sichtbar zu werden und Vertrauen aufzubauen.

Gerade hier braucht es ein klares Angebot, gute Referenzen und viel Geduld, um langfristige Partnerschaften zu etablieren. Gleichzeitig klappt die Suche nach externen Finanzmitteln bisher ganz gut, was uns sehr hilft, unsere Entwicklung weiter voranzutreiben.

Was könnt Ihr anderen Gründer*innen als Tipps mit auf den Weg geben?

Austausch ist extrem wichtig – nutzt aktiv die Netzwerke vor Ort.

In Kiel können wir das Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ), die starterkitchen von opencampus.sh, die WTSH, die KiWi sowie die Gründungszentren der Hochschulen sehr empfehlen. Für ganz junge Teams ist das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein eine tolle Unterstützung, und für etwas fortgeschrittene Start-ups sind Programme wie Seed-Bonus und Seed-Invest der WTSH sehr hilfreich.

Sie wollen noch mehr über retailflow erfahren oder können das Start-Up mit Ihrem Netzwerk und Know-how unterstützen?

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