Immobilien & Flächen
09. Oktober 2026
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Gewerbegebiet Barkauer Land - gemeinsam planen, nachhaltig entwickeln

Wie können neue Gewerbeflächen entstehen, die wirtschaftliche Perspektiven schaffen und zugleich die Besonderheiten des Naturraums berücksichtigen?

Mit dieser Frage beschäftigen sich Die Landeshauptstadt Kiel, die Gemeinden Klein Barkau, Großbarkau, Honigsee und das Amt Preetz-Land sowie die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) als Projektsteuerung im Rahmen der Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebiets im Barkauer Land.

Auf rund 89 Hektar südlich von Kiel wird die Entstehung eines neuen Gewerbegebietes geprüft, das den Wirtschaftsstandort Kiel und die umliegenden Gemeinden stärkt. Die Zusammenarbeit bündelt die Kräfte über kommunale Grenzen hinweg und eröffnet die Möglichkeit, dringend benötigte Gewerbeflächen für die Region zu schaffen. Seit dem Projektauftakt im Februar 2025 wurden wichtige Grundlagen für die weitere Planung und Entwicklung gelegt.

Von der Projektidee zur konkreten Planung

Nach dem Auftakt wurde ein gemeinsames Projektteam aus Vertreter*innen der Gemeinden Klein Barkau, Großbarkau und Honigsee, der Landeshauptstadt Kiel, dem Amt Preetz-Land und dem Kreis Plön gebildet. Die KiWi und die Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön (WFA) steuern den Prozess.

Im Frühjahr 2026 starteten zwei zentrale Bausteine: die Naturkapitalbilanzierung sowie die Machbarkeitsstudie mit städtebaulichem Rahmenplan. Mit der Unterzeichnung eines Letter of Intent bekräftigten die beteiligten Kommunen zudem ihre Zusammenarbeit.

Die Machbarkeitsstudie soll untersuchen, wie sich das Gebiet entwickeln lässt und welche Rahmenbedingungen dabei zu berücksichtigen sind. Der städtebauliche Rahmenplan bildet darauf aufbauend eine Grundlage für die weitere räumliche Planung.

 

Prozess der Naturkapitalbilanzierung:

Naturkapitalbilanzierung Kreislauf

Wirtschaftliche Entwicklung und Natur zusammendenken

Eine Besonderheit des Projekts ist die begleitende Naturkapitalbilanzierung. Sie untersucht, welche ökologischen Leistungen die Flächen heute erbringen und wie diese bei einer künftigen Entwicklung berücksichtigt werden können. Dafür werden unter anderem Biodiversität, Klimaschutz und Klimaanpassung betrachtet.

Im Juni 2026 wurden die bisherigen Ergebnisse bei einem Workshop mit Bürger*innen, Kommunen und dem Projektteam vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Welche Bedeutung haben bestehende Grünflächen für Pflanzen und Tiere? Wie viel Kohlenstoff speichern Böden und Gehölze? Und welche Rolle spielen Flächen und Vegetation bei der Aufnahme von Regenwasser und der Kühlung des Gebiets?

Die Ergebnisse sollen helfen, unterschiedliche Entwicklungsszenarien vergleichbar zu machen und eine naturverträgliche Entwicklung frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Damit wird die ökologische Perspektive von Beginn an neben den wirtschaftlichen und räumlichen Anforderungen berücksichtigt.

Bürgerbeteiligung als Teil des Planungsprozesses

Im August 2026 fand die erste Bürgerinformation zur Machbarkeitsstudie und Rahmenplanung statt. Vertreter*innen der beteiligten Kommunen, des Kreises Plön, der Stadt Kiel, der KiWi und des beauftragten Gutachterteams von LAND Research Lab informierten über den Untersuchungsraum, die Vorgehensweise und die nächsten Schritte.

Die Teilnehmenden brachten zahlreiche Fragen, Hinweise und Anregungen ein. Diskutiert wurden unter anderem der Umgang mit natürlichen Ressourcen, mögliche Lärm- und Geruchsbelastungen, die Verkehrsanbindung sowie die Frage, welche Branchen und Unternehmen für das Gebiet infrage kommen könnten. Auch Erwartungen an eine nachhaltige und raumverträgliche Entwicklung sowie an bessere Mobilitätsangebote wurden formuliert.

Die Erkenntnisse werden in die Finalisierung der Naturkapitalbilanzierung, in die Entwicklung zukünftiger Planungsszenarien sowie eine weitere gutachterliche Arbeit einbezogen. Das große Interesse und der Wunsch nach fortlaufender Beteiligung unterstreichen die Bedeutung eines transparenten Planungsprozesses.

Frühzeitige Beteiligung liefert wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung

Im Sommer 2026 wurde im Rahmen der Machbarkeitsstudie die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TöB) durchgeführt. Insgesamt wurden 52 Behörden, Institutionen und Fachstellen eingebunden.

Hierbei wurden verschiedene Themenfelder benannt, die im weiteren Planungsprozess vertieft betrachtet werden. Dazu zählen insbesondere die Entwässerungs- und Abwassersituation, die verkehrliche Erschließung, Fragen des Natur- und Artenschutzes sowie die technische Infrastruktur. 

Ergänzend wurden Hinweise zu landwirtschaftlichen Belangen, Bodendenkmälern sowie weiteren räumlichen Rahmenbedingungen eingebracht. Die Rückmeldungen bilden eine wichtige Grundlage, um Chancen und Herausforderungen der Flächenentwicklung frühzeitig zu bewerten. 

Weitere Planungsschritte

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der TöB fließen jetzt in die weitere Bearbeitung der Machbarkeitsstudie und die Erstellung des städtebaulichen Rahmenplans ein, um die Entwicklungsoptionen fundiert zu prüfen und den Planungsprozess zielgerichtet voranzubringen.

Die nächste Bürgerinformation mit Beteiligungsmöglichkeiten ist für das Frühjahr 2027 geplant. Dann sollen wesentliche Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen vorgestellt und mit den Bürger*innen diskutiert werden.

Die Entwicklung des Barkauer Lands befindet sich damit weiterhin in der Prüfungs- und Planungsphase. Ziel ist es, eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen, die wirtschaftliche Perspektiven für die Region eröffnet und zugleich die örtlichen Gegebenheiten und Anforderungen berücksichtigt.

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