Mit der Veröffentlichung der Entwicklungslinien für das Wissensquartier Schwentinemündung, liegt nun ein gemeinsamer Orientierungsrahmen für die zukünftige Entwicklung des Standorts vor.
Der Beschluss der Kieler Ratsversammlung vom 11. Juni 2026 für die Entwicklungslinien für das Wissensquartier Schwentinemündung stärkt die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft im Quartier und schaffen eine Grundlage für nachhaltiges Wachstum am Wirtschaftsstandort Kiel.
Die Verfügbarkeit hochwertiger Gewerbe- und Industrieflächen ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an einen ressourcenschonenden Umgang mit Flächen und an eine integrierte Stadtentwicklung.
Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen der Gewerbe- und Industrieflächenstrategie (GIFS) die Entwicklungslinien für das Wissensquartier Schwentinemündung erarbeitet und nun veröffentlicht. Sie definieren ein gemeinsames Zukunftsbild für einen der innovativsten Standorte der Landeshauptstadt Kiel und zeigen auf, wie bestehende Potenziale gezielt weiterentwickelt werden können.
Initiiert und geleitet wurde der Profilierungsprozess durch die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) sowie fachlich begleitet durch das Büro für Stadtplanung und strategische Projektentwicklung stadtland IMPULS.
Maßgeblich beteiligt waren als Kooperationspartner*innen das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW Kiel) sowie das Zentrum für maritime Technologie und Seefischmarkt (ZTS Grundstücksverwaltung) als Grundstücksverwalterin der Gewerbeflächen.
Grundlage für die Erarbeitung der Entwicklungslinien waren mehrere Einzelgespräche und Projekttreffen sowie – als Herzstück des Profilierungsprozesses – eine gemeinsame IMPULS-Werkstatt mit den Projektpartner*innen, zahlreichen Quartiersakteur*innen sowie weiteren Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.
Verortet am Kieler Ostufer vereint das Wissensquartier Schwentinemündung mit dem Gewerbegebiet Seefischmarkt, dem Campus der HAW Kiel, dem GEOMAR und dem KITZ² eine außergewöhnliche Dichte an wissensintensiven Unternehmen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Die räumliche Nähe von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung schafft beste Voraussetzungen dafür, dass neue Ideen entstehen und schnell in die Praxis überführt werden können. Gleichzeitig prägen die Lage am Ostufer und die lange Tradition der Wissensproduktion die besondere Identität des Quartiers.
Weitere Alleinstellungsmerkmale liegen in der Funktion als Bindeglied zwischen Kiels Ost- und Westufer, in der identitätsstiftenden Raumstruktur rund um Schwentine und Seefischmarkt sowie im hohen Potenzial für Kooperationen und neue Ansiedlungen.
Gleichzeitig zeigen sich bei der räumlichen Vernetzung, der Flächenentwicklung und der Belebung des Standorts zentrale Handlungsbedarfe für die zukünftige Entwicklung.
Die Entwicklungsleitlinien basieren auf vier zentralen Handlungsfeldern, die den Rahmen für die zukünftige Quartiersentwicklung bilden.
Kooperation stärken
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen, Verwaltung und Quartier soll intensiviert werden. Ziel ist es, bestehende Kompetenzen stärker miteinander zu vernetzen und neue Kooperationen zu ermöglichen.
Wissen gemeinsam gestalten
Das Wissensquartier soll als Innovations- und Erprobungsraum weiterentwickelt werden. Die enge räumliche Nähe schafft beste Voraussetzungen, um Forschung, Transfer und neue Technologien gemeinsam voranzubringen.
Strukturen flexibel entwickeln
Angesichts begrenzter Flächen und wachsender Anforderungen stehen flexible Nutzungsformen und eine effiziente Flächenentwicklung im Mittelpunkt. Bestehende Potenziale sollen besser genutzt und vorhandene Strukturen weiterentwickelt werden.
Vernetzt leben und arbeiten
Langfristig sollen Arbeiten, Wohnen und soziale Infrastruktur stärker miteinander verbunden werden. Damit soll ein lebendiges Quartier entstehen, das über reine Arbeits- und Hochschulstandorte hinausgeht.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Wirtschaftsstandorte mit einem Hochschulanschluss ist ein kooperatives Miteinander von Wirtschaft und Wissenschaft. Der gemeinsam mit den Akteur*innen vor Ort gestaltete Profilierungsprozess wird dazu führen, dass zukünftig eine noch engere und abgestimmte Vernetzung zwischen der ansässigen Wirtschaft und Wissenschaft besteht und die Schwentinemündung sich zum Nukleus der maritimen Technologie und der maritimen Innovationen entwickelt.“
Inhaltlich soll sich das Wissensquartier Schwentinemündung künftig noch stärker als Standort für maritime Technologien und Innovationen profilieren. Themen wie Unterwassertechnologien, Robotik, Medizintechnik oder blaue Biomasse stehen dabei im Fokus.
Gleichzeitig sollen Ausgründungen aus Wissenschaft und Forschung unterstützt, Fachkräfte langfristig gebunden und die Sichtbarkeit von Forschung und Entwicklung im Quartier erhöht werden. Ergänzende Angebote in den Bereichen Gastronomie, Kultur und Sport sollen zudem die Aufenthaltsqualität weiter verbessern.
Die räumliche Entwicklung setzt bewusst auf die Aktivierung vorhandener Potenziale. Bestehende Flächen sollen effizienter genutzt und bedacht weiterentwickelt werden.
Geplant sind unter anderem die Reaktivierung bislang ungenutzter Flächen, neue ergänzende Infrastrukturen sowie eine bessere Verbindung zwischen Nord- und Südufer. Auch die Aufwertung von Wegen und die Schaffung klarer Quartierseingänge sollen die Orientierung und Aufenthaltsqualität im Quartier verbessern.
Für die weitere Umsetzung spielen kooperative Netzwerke, ein gemeinsames Standortmarketing sowie der Ausbau bestehender Austausch- und Veranstaltungsformate eine zentrale Rolle.
Mit den nun veröffentlichten Entwicklungslinien liegt erstmals ein abgestimmter Rahmen für die zukünftige Entwicklung des Wissensquartiers Schwentinemündung vor. Damit wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den Wirtschafts- und Innovationsstandort Kiel nachhaltig zu stärken und die besonderen Potenziale des Quartiers langfristig zu entfalten.
Entwicklungslinien Wissensquartier Schwentinemündung
Profilierungskonzept für eine multidimensionale Flächenentwicklung.
Download (5 MB)Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schnell und smart innovieren“ nahm Jessica Weiß (Bene GmbH) die Teilnehmer*innen für drei Stunden mit in die inspirierende Welt der Raumgestaltung.
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