Wirtschaftsförderer konnten 2025 fast 100 Betriebe mit 1.200 Arbeitsplätzen für den echten Norden begeistern
Trotz gedämpfter Konjunktur, struktureller Herausforderungen und eines insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfelds verzeichnete Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs bei Unternehmensansiedlungen. Insgesamt entschieden sich 96 Unternehmen für den Standort, darunter fünf aus dem Ausland. Damit liegt die Zahl der Neuansiedlungen im Jahr 2025 rund ein Drittel über dem Vorjahreswert. Die Unternehmen planen die Schaffung von insgesamt 1.210 Arbeitsplätzen.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist jede Investitionsentscheidung ein starkes Signal für unseren Standort. So gesehen ist die Bilanz erfreulich, zumal sich die wirtschaftliche Dynamik auch in Erweiterungsinvestitionen der bereits ansässigen Unternehmen zeigt – oft unterstützt durch Förderung des Landes.
Zusammen mit Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck GmbH, stellte sie erstmals eine kombinierte Bilanz zu Wirtschaftsentwicklung und Ansiedlungen vor.
Nach den Worten von Madsen zeigen die Zahlen, dass Schleswig-Holstein sich trotz der weiterhin angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage als verlässlicher Investitionsstandort behaupte.
Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten, anhaltender Zurückhaltung bei Investitionen und steigender Kosten ist das ein ermutigendes Signal. Insbesondere die Entwicklung von Ansiedlungen in den Fokusbranchen der Landes-Ansiedlungsstrategie ist erfreulich. Wir sind also trotz Gegenwind gemeinsam auf dem richtigen Kurs.
Laut WTSH-Geschäftsführerin Wielatt werden im Bereich der Erneuerbaren Energien mittelfristig 307 Arbeitsplätze in zehn Unternehmen entstehen. Im Spätsommer 2026 nehme der Batteriehersteller Univercell aus Flintbek die Serienfertigung eigener Batteriezellen in Kiel auf und baue damit eine neue Produktionslinie an einem zusätzlichen Standort auf. Das Unternehmen setze damit ein wichtiges Signal zur Stärkung des heimischen Batteriemarkts, der zuletzt mehrere Rückschläge habe hinnehmen müssen.
In der Ernährungswirtschaft werden in drei Unternehmen 131 Arbeitsplätze geschaffen (Vorjahr: ein Unternehmen, zehn Arbeitsplätze). Die angesiedelten Unternehmen sind unter anderem im Bereich der Biotechnologie, der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung sowie im Delikatessgroßhandel tätig.
Positiv ist laut Wielatt und Madsen ebenso die Steigerung der Arbeitsplätze in der Digitalen Wirtschaft: Insgesamt entstehen hier 83 Arbeitsplätze in 17 Unternehmen (Vorjahr: 17 Firmen; 47 Arbeitsplätze), darunter sind zehn StartUps.
Wir stellen erneut fest, dass die Digitalisierung insbesondere für StartUps ein zentraler Innovationstreiber ist. Die aktuellen Zahlen belegen, dass sich Schleswig-Holstein zu einem attraktiven Standort für technologieorientierte, innovative Gründungen entwickelt hat und zeigen, dass unsere Unterstützungsangebote, wie etwa das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein, wirken und den echten Norden für junge Unternehmen stärken.
Auch im Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs an Arbeitsplätzen. Mittelfristig werden hier 116 Arbeitsplätze in vier Unternehmen entstehen, im Vorjahr waren es 18 Arbeitsplätze in zwei Unternehmen. Hier reicht die Bandbreite von 3-D Druck bis hin zu Drohnenproduktion.
Positiv sei, so WTSH-Chefin Wielatt, die deutliche Steigerung bei den Unternehmensansiedlungen im produzierenden Gewerbe. Mit 17 Unternehmen im Jahr 2025 habe sich die Anzahl zum Vorjahr (sechs Unternehmen) mehr als verdoppelt. Damit werden im produzierenden Gewerbe rund 45 Prozent aller neuen Arbeitsplätze entstehen. Laut Madsen zeige gerade diese Entwicklung, dass Schleswig-Holstein als Standort für das produzierende Gewerbe attraktiv sei: „Mit dem klaren Ziel, bis 2040 klimaneutrales Industrieland zu werden, werden wir weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen für industrielle Investitionen schaffen, Klimaneutralität mit Wettbewerbsfähigkeit verbinden und Unternehmen langfristige Wachstums- und Wertschöpfungsperspektiven eröffnen.“
Im Dienstleistungssektor ist mit 66 Unternehmen gegenüber dem Vorjahr (58 Unternehmen) eine leichte Steigerung zu verzeichnen. Die Entwicklung im Handel mit 13 Unternehmen blieb stabil (Vorjahr neun Unternehmen).
Im letzten Jahr entschieden sich fünf ausländische Unternehmen für den Standort Schleswig-Holstein, darunter Firmen aus Dänemark, der Schweiz, Großbritannien und Singapur. Insgesamt sollen durch die ausländischen Betriebe 86 Arbeitsplätze entstehen. Wielatt: „Ob sich daraus eine Tendenz zu einer verstärkten innereuropäischen Ansiedlungsbewegung entwickelt, bleibt vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Situation abzuwarten.“
Aus Hamburg kamen zwölf Unternehmen (Vorjahr acht), wobei eine deutliche Erhöhung der Arbeitsplätze von 124 (2024) auf 276 Arbeitsplätze zu verzeichnen ist. Aus dem übrigen Bundesgebiet werden sich künftig elf Unternehmen im echten Norden niederlassen und 338 Arbeitsplätze schaffen.
Aus Mecklenburg-Vorpommern kommt die fuljoyment AG, die in Trittau (Kreis Stormarn) ihre neue Geschäftszentrale eröffnen und somit 166 Arbeitsplätze schaffen wird. Die fuljoyment AG ist ein E-Commerce-Outsourcing-Unternehmen mit Fokus auf Fulfillment-Dienstleistungen für internationale Online-Shops.
„Wirtschaftsförderer und Förderinstitute haben im Falle von fuljoyment gemeinsam daran gearbeitet, dieses Unternehmen am Standort Trittau zu verankern,“ sagte Wielatt. Für sie sei dies ein gutes Beispiel dafür, wie alle Akteure im echten Norden Hand in Hand arbeiten, um Unternehmen bestmöglich zu unterstützen und von Anfang an zu begleiten. „Wir können nur gemeinsam erfolgreich dafür sorgen, dass Ansiedlungen und Investitionen am Standort erfolgen und Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein entstehen.“
Madsen erinnerte daran, dass die Förderinstitute des Landes gerade jetzt mit Finanzierungsinstrumenten wie Krediten, Bürgschaften und Beteiligungen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Firmenlandschaft leisten würden. So unterstützten die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein (MBH) und die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH 2025 insgesamt 595 Unternehmen mit einem Finanzierungsvolumen von 226 Millionen Euro. Dabei handelte es sich um finanzielle Hilfen in Form von Krediten und Beteiligungen sowie Bürgschaften, Garantien und Förderprogrammen. Dadurch wurde insgesamt ein Investitionsvolumen in Höhe von 964 Millionen Euro bei den schleswig-holsteinischen Unternehmen ausgelöst und 20.224 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert.
Madsen: „Die aktuelle Bilanz macht deutlich: Neben erfolgreichen Unternehmensansiedlungen leisten insbesondere Betriebserweiterungen einen zentralen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.“ So hätten laut Verband der Wirtschaftsförderer in Schleswig-Holstein (VdW.SH) im vergangenen Jahr 35 Bestandsunternehmen im Land Flächen für Betriebserweiterungen bereitgestellt. In den betreffenden Unternehmen seien dadurch insgesamt rund 700 zusätzliche neue Arbeitsplätze entstanden.
„Wir beobachten seit Jahren den Trend, dass die Entwicklung aus dem Bestand im Verhältnis zu Neuansiedlungen von außerhalb bei der Vermarktung von Flächen eine immer größere Rolle spielt“, so Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck GmbH. Dies sei zum einen sicherlich der wirtschaftlichen und politischen Gesamtsituation geschuldet – zum anderen sei dies aber vor allem auch ein klares Zeichen für die Stärke der ansässigen Unternehmen. Zeitgleich komme es punktuell immer wieder zu relevanten Ansiedlungen von außerhalb. Es sei daher – insbesondere bei der Lagegunst und Attraktivität Schleswig-Holsteins – von zentraler Bedeutung stets ausreichend attraktive Flächen mit guter infrastruktureller Anbindung vorzuhalten.
„Bei dem Projekt Panattoni Park Lübeck Süd sind nun beide Faktoren symbiotisch zusammengekommen“, so Gerdes. Auf der einen Seite sei Panattoni, der größte Logistik- und Industrieimmobilienentwickler Deutschlands, der das Grundstück gekauft und entwickelt hat und mit seinem Investment ein klares Signal für die Attraktivität des Standorts und die Region gesetzt hat. Auf der anderen Seite stehe das Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Dräger, das als Ankermieter durch diese Entwicklung die Möglichkeit hat, Teile seiner Logistikaktivitäten am Standort Lübeck zu konsolidieren. „Das Projekt ist ein schönes Beispiel dafür, wie Ansiedlung und Bestandsentwicklung Hand in Hand gehen können und weshalb es auch zukünftig essenziell sein wird, beide Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung im Fokus zu haben“, so Gerdes.
Verantwortlich für diesen Pressetext:
Ute Leinigen | Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) | Lorentzendamm 24, 24103 Kiel | Telefon 0431 66666 820 | E-Mail: leinigen@wtsh.de | www.wtsh.de
Harald Haase | Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus | Düsternbrooker Weg 94, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-4420 | Telefax 0431 988-4705 | E-Mail: pressestelle@wimi.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung im Internet: www.schleswig-holstein.de
Headerbild: WTSH GmbH
Mit der gestrigen Net Zero Valley Konferenz Schleswig-Holstein beginnt offiziell ein landesweiter Prozess, der Schleswig-Holstein zur europäischen Modellregion für klimaneutrale Industrie- und Infrastrukturentwicklung machen soll.
25. März 2026
Mit dem gestrigen 22. Industriepolitischen Dialog (IpD) setzt Kiel ein starkes Zeichen für die nachhaltige industrielle Entwicklung in der Landeshauptstadt.
24. März 2026
Landesförderung stärkt maritimen Innovationsstandort
16. März 2026