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27. April 2026
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Kieler Start-up Spotlight: Kopexa macht Compliance einfach und übersichtlich

ISO 27001, NIS2 oder DORA – viele Unternehmen kennen die Anforderungen, aber der Weg dorthin ist oft mühsam. Statt klarer Prozesse dominieren Excel-Listen, verschiedene Tools und jede Menge manuelle Arbeit. Das kostet Zeit, Nerven und sorgt selten für den nötigen Überblick.

Genau das will Kopexa ändern. Das Kieler Start-up bringt Ordnung ins Compliance-Chaos und bündelt alles Wichtige in einer zentralen Plattform und automatisiert wiederkehrende Aufgaben. So behalten Unternehmen Fristen im Blick, vermeiden doppelte Arbeit und setzen Anforderungen deutlich effizienter um.

Screenshot Kopexa Plattform

Hinter Kopexa stehen die Gründer Benjamin Schatter, Steffen Berkner und Julian Köhn, die gemeinsam daran arbeiten, komplexe Anforderungen in einfache, alltagstaugliche Lösungen zu übersetzen.

Für Unternehmen bedeutet das: weniger manueller Aufwand, mehr Überblick und ein schnellerer Weg zur Zertifizierung – mit Einsparpotenzialen von bis zu 60 Prozent.

Wir haben einmal genauer bei Kopexa nachgefragt, wie sie bisher auf ihrem Weg in der Gründungszene in Kiel, sowohl finanziell als auch fachlich, unterstützt wurden und was für sie das Besondere am Kieler Wirtschaftsstandort ist.

Was bietet Euch Kiel als Gründungsstandort für Vorteile und welche Infrastruktur nutzt ihr?

Kiel bietet eine sehr persönliche und eng vernetzte Gründerszene. Die Wege zu Entscheidungsträgern sind kurz, und die Nähe zur Wissenschaft sowie zu Institutionen wie der KiWi oder dem KITZ schafft ein ideales Klima für Deep-Tech-Themen. Zudem schätzen wir die hohe Lebensqualität an der Förde, die auch bei der Talentsuche ein echtes Plus ist.

Welche Infrastruktur/Räumlichkeiten in Kiel nutzt ihr für Euer Start-up, welchewaren/sind bisher besonders wertvoll?

Wir sind im Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ) in der Schauenburgerstraße ansässig. Die dortige Infrastruktur und der Austausch mit anderen technologieorientierten Start-ups unter einem Dach sind für uns extrem wertvoll.

Welche Art von Unterstützung (finanziell, beratend, etc.) habt ihr bisher auf Eurem Weg von wem erhalten?

Neben der infrastrukturellen Basis im KITZ profitieren wir massiv von der intensiven beratenden Begleitung. Besonders hervorzuheben sind die engen Sparrings-Sessions mit Roman Charkoi. Dieser direkte, fachliche Austausch hilft uns dabei, unsere Strategie immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und operativ Fahrt aufzunehmen.

Warum habt ihr Euch dazu entschlossen bei KielRegion.Accelerates teilzunehmen und was wünscht Ihr Euch als Output?

Unser primärer Ansporn war die ehrliche Selbstanalyse: Wir wollten die Gaps in unserem Start-up finden und diese nicht allein, sondern mit professioneller Unterstützung von außen schließen. Unser Wunsch-Output ist ein „wasserdichtes“ Geschäftsmodell und ein Netzwerk, das uns beim Roll-out in die Breite der deutschen Wirtschaft den Rücken stärkt.

Welche Rolle haben Mentor*innen oder lokale Netzwerke bei dem Aufbau Eures Start-ups gespielt?

Mentor*innen waren für uns wichtige Sparringspartner, um Betriebsblindheit zu vermeiden.

Bootstrapping, Venture Capital, Fördermittel, Darlehen, ... wie seid Ihr finanziert und welche Tipps habt Ihr für andere Start-ups auf der Suche nach Kapital?

Wir sind zu 100 % eigenfinanziert. Dass wir diesen Weg gewählt haben, zahlt sich aus: Wir werden voraussichtlich noch in unserem ersten Gründungsjahr die Marke von 1 Million Euro ARR erreichen. 

Philosophie: Bootstrapping ist hart und verzeiht wenig Fehler. Aber genau dieser Druck ist unser größter Vorteil: Er zwingt uns dazu, einen kompromisslosen Fokus auf echten Value und messbare Outcomes für unsere Kunden zu legen. Wer kein externes Kapital im Rücken hat, muss ein Produkt bauen, das so gut ist, dass der Markt es sofort durch Käufe validiert. 

Tipp: Lasst euch nicht von der “Funding-Welle” mitreißen, bevor ihr euren Product-Market-Fit bewiesen habt. Der beste Investor ist ein zufriedener Kunde, der für eure Lösung bezahlt. Nutzt Programme wie den KielRegion.Accelerates, um eure internen Prozesse und Strategien objektiv prüfen zu lassen, das Sparring (z. B. mit Roman Charkoi) hilft dabei, die nötige Disziplin für diesen Weg aufrechtzuerhalten.

Was waren Eure größten Herausforderungen auf Eurem Weg bis heute und insbesondere bei der Suche nach externen Finanzmitteln?

Unsere mit Abstand größte Herausforderung liegt im Bereich Skalierung von Vertrieb und Neukundengewinnung. Der GRC-Markt im Mittelstand ist faktisch vorhanden und durch NIS2, DORA und Cyber-Anforderungen sehr dynamisch, aber er ist auch beratungslastig, erklärungsbedürftig und von langen Entscheidungszyklen geprägt. 

Ein Produkt wie Kopexa verkauft sich nicht über Performance-Marketing, sondern über Vertrauen, Referenzen und saubere Partnerarbeit mit ISO- und ISMS-Beratern. Daraus ergeben sich mehrere konkrete Herausforderungen. Wir müssen gleichzeitig Direktvertrieb, Partnerkanäle und eine glaubwürdige Content- und Thought-Leadership-Arbeit aufbauen.

Wir müssen Beraterpartnerschaften so gestalten, dass sie für beide Seiten funktionieren und nicht nur ein weiteres Tool in deren Stack sind. Und wir müssen den Markt weiter edukieren, weil viele Mittelständler noch gar nicht einordnen können, was auf sie zurollt.

Auf der Finanzierungsseite war die größte Herausforderung, ein klares Bild davon zu entwickeln, wann und wofür externe Mittel überhaupt sinnvoll sind. Für Nischen-B2B-SaaS im deutschsprachigen Raum ist die klassische VC-Logik nicht immer ein gutes Fit, während Fördermittel und spezialisierte Investor*innen im Bereich Cybersecurity und Compliance oft nicht leicht zu finden sind. Genau hier erhoffen wir uns vom Accelerates-Netzwerk gezielte Orientierung.

Was könnt Ihr anderen Gründer*innen als Tipps mit auf den Weg geben?

Kundenalltag verstehen: Redet sofort mit eurer Zielgruppe. Die besten Kopexa-Features entstanden im Dialog mit Berater*innen und IT-Leitern, nicht am Whiteboard.

Sales und Development parallel: Trennt Produktentwicklung und Vertrieb nicht. Wer Sales aufschiebt, verliert wertvolle Marktvalidierung; wer ohne Produkt skaliert, verliert Kunden.

Fokus schlägt Breite: Besetzt ein Thema perfekt, statt viele Themen gleichzeitig mittelmäßig zu bedienen. Tiefe gewinnt gegen Breite.

Radikale Ehrlichkeit: Sucht euch Partner und Programme wie KielRegion.Accelerates, die eure Schwachstellen offenlegen, statt euch nur zu bestätigen. Ein Umfeld, das ehrlich urteilt, ist Gold wert.

Welche Unterstützung aus unserem Netzwerk kann Euch dabei helfen noch weiter zu wachsen?

Wir würden uns über Unterstützung an mehreren konkreten Stellen freuen.

Erstens über Intros zu mittelständischen Unternehmen in SH, die von NIS2, DORA oder ISO 27001 betroffen sind und nicht in Papierstrukturen ersticken wollen.

Zweitens über Kontakte zu ISO-, ISMS- und Datenschutzberatungen, mit denen wir Partnerschaften aufbauen können, weil wir unseren Vertrieb bewusst zu einem wesentlichen Teil über den Partnerkanal skalieren.

Und drittens über gezielte Sichtbarkeit im Kieler Ökosystem, etwa durch Veranstaltungen, Pilotprojekte oder gemeinsame Auftritte, bei denen wir zeigen können, wie pragmatisch Compliance für den Mittelstand sein kann.

Sie wollen noch mehr über Kopexa erfahren oder können das Start-Up mit Ihrem Netzwerk und Know-how unterstützen?

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