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11. Juni 2026
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Kieler Start-up Spotlight: PROPFLOW bringt Klarheit in die Hausverwaltung

Ob Betriebskosten, Instandhaltung oder Mietentwicklung - viele Hausverwaltungen verfügen über enorme Mengen an Daten. Doch im Alltag bleiben diese Informationen oft ungenutzt, dabei steckt in den vorhandenen Daten enormes Potenzial.

Dieses Potenzial wollen die gebürtigen Kieler Hogir Celikten und Jakob Kusnierczyk mit PROPFLOW besser nutzbar machen. Die beiden sind seit über 20 Jahren befreundet und haben mit PROPFLOW ein Start-up gegründet, das digitale Lösungen für die Immobilienbranche entwickelt und Hausverwaltungen dabei unterstützt, datengetriebener zu arbeiten. Mit ihrer Business-Intelligence-Lösung IMsights werden Daten aus bestehenden Systemen aufbereitet, Qualitätsprobleme sichtbar gemacht, automatisiert bereinigt und wichtige Kennzahlen in Echtzeit verfügbar.

Darüber hinaus begleitet das Start-up Hausverwaltungen als Digitalisierungspartner bei Themen wie Prozessautomatisierung, KI-Einsatz und strategischer Weiterentwicklung. So entstehen aus komplexen Daten messbare Effizienz- und Qualitätsgewinne mit mehr Transparenz im Tagesgeschäft.

Mit PROPFLOW zeigen die beiden Gründer, wie digitale Innovationen aus Kiel eine traditionsreiche Branche fit für die Zukunft machen können.

Wir haben einmal genauer bei PROPFLOW nachgefragt, wie sie bisher auf ihrem Weg in der Gründungszene in Kiel, sowohl finanziell als auch fachlich, unterstützt wurden und was für sie das Besondere am Kieler Wirtschaftsstandort ist.

Was bietet Euch Kiel als Gründungsstandort für Vorteile?

Kiel hat eine Vielzahl an professionell aufgestellten Hausverwaltungen mit 1.000 bis 10.000 verwalteten Einheiten. Das gibt uns die Möglichkeit, unser Produkt im direkten Austausch mit unserer Zielgruppe weiterzuentwickeln und stark vom regionalen Immobiliennetzwerk zu profitieren. Persönliche Beziehungen sind in dieser Branche sehr viel wert und die haben uns von Anfang an Türen geöffnet, die anderswo länger verschlossen geblieben wären.

Welche Infrastruktur in Kiel nutzt Ihr für Euer Start-up, welche sind bisher besonders wertvoll?

Ganz klar das Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ). Wir sind seit über einem Jahr Teil der Community und würden es jederzeit wieder so machen. Besonders wertvoll war für uns, dass wir schon sehr früh in professionellen Meeting-Räumen in bester Lage erste Kunden empfangen konnten, obwohl wir noch ganz am Anfang standen und kein fertiges Produkt hatten. Das ist keine Selbstverständlichkeit und macht einen echten Unterschied, wenn man seriös auftreten möchte. Die KITZ-Community selbst ist mindestens genauso viel wert. Man tauscht sich aus, geht in den Sparring mit anderen Gründer*innen und lernt aus Fehlern, die andere schon gemacht haben. Das hat uns als Firma in kürzester Zeit sehr viel weitergebracht.

Welche Art von Unterstützung (finanziell, beratend, etc.) habt Ihr bisher auf Eurem Weg von wem erhalten?

Finanziell waren wir von Anfang an auf uns allein gestellt. Wir haben mit eigenem Kapital angefangen, eine sehr schlanke Kostenstruktur gehalten und finanzieren uns von Beginn an rein aus den Erlösen unseres Projektgeschäfts.

Beratend haben wir viel aus dem privaten und beruflichen Netzwerk mitgenommen. Durch Hogirs Zeit bei Accenture kennt er fähige Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen, von denen er sich unsere Idee gezielt challengen lassen hat. Eine besondere Rolle hat auch ein Kontakt aus der starterkitchen gespielt, Matti Nannt, Gründer von Formbricks und bekanntes Gesicht in der Kieler Start-up-Szene. Er hat uns aus der Perspektive eines erfahrenen Gründers klare Fragen gestellt, die uns wirklich weitergebracht haben.

Ganz am Anfang hat uns außerdem eine Bekanntschaft aus einem EDU-Kurs von opencampus.sh in Form eines Praktikums tatkräftig unterstützt. Ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man einfach mal an einem der zahlreichen Netzwerk- und Weiterbildungsveranstaltungen teilnimmt.

Welche Rolle haben Mentor*innen oder lokale Netzwerke bei dem Aufbau Eures Start-ups gespielt?

Lokale Netzwerke waren für uns entscheidend. Durch Jakobs langjährige Berufserfahrung in der Branche waren wir früh mit einigen der größten Hausverwaltungen in Kiel vernetzt und konnten direkt Projekte mit echtem Impact starten. Der GRÜNDUNGSRAUM, initiiert von opencampus.sh, KiWi, KITZ und dem Waterkant Festival, war daneben ein tolles regelmäßiges Event, um andere Start-ups kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und das Netzwerk weiter auszubauen.

Sparringpartner*innen waren für uns insgesamt sehr wichtig. Durch den regelmäßigen Austausch mit Branchenexpert*innen und anderen Gründer*innen konnten wir PROPFLOW gezielt in die richtige Richtung entwickeln und sind so letztendlich auch auf die konkrete Idee für IMsights gekommen.

Bootstrapping, Venture Capital, Fördermittel, Darlehen, ... wie seid Ihr finanziert und welche Tipps habt Ihr für andere Start-ups auf der Suche nach Kapital?

Wir sind komplett bootstrapped. Das heißt nicht, dass wir nicht alle Optionen ernsthaft geprüft haben. Wir haben uns für diverse Accelerator-Programme beworben, darunter Gateway49 und KielRegion.Accelerates, und am Ende für uns festgestellt, dass Bootstrapping am meisten Sinn ergibt. Ausschlaggebend war, dass wir durch unser regionales Netzwerk schnell Traction machen konnten und mit einer sehr schlanken Kostenstruktur arbeiten konnten.

Mein klarer Tipp für andere Gründer*innen: Geht zu den Events von opencampus.sh, der starterkitchen und dem KITZ. Nicht nur um wertvolle Inhalte bezüglich Gründung, Finanzierung, etc. zu konsumieren, sondern um die richtigen Leute zu treffen. Man bekommt dort in kürzester Zeit genau die Impulse und Kontakte, die einen wirklich weiterbringen, egal in welche Richtung man sich finanzieren möchte.

Was waren Eure größten Herausforderungen auf Eurem Weg bis heute und insbesondere bei der Suche nach externen Finanzmitteln?

Die größte Herausforderung war es, die richtige Produktidee zu finden und zu schärfen. Wir haben bewusst als Dienstleister gestartet, weil wir über hands-on Erfahrung am Markt erst ein konkretes Problem identifizieren wollten, bevor wir etwas bauen.

Das hat Vor- und Nachteile. Der große Vorteil ist, dass man mit echten Kunden über echte Probleme spricht und den Markt von innen kennenlernt. Der Nachteil ist, dass intensive Projektarbeit wenig Kapazität für die eigentliche Produktentwicklung lässt. Die Balance zwischen kurzfristiger Liquidität und langfristiger Produktvision zu halten war die eigentliche Daueraufgabe.

Was das Thema Finanzierung angeht: Die größte Hürde war am Anfang gar nicht die Suche nach Kapital selbst, sondern erst einmal zu verstehen, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt und wer die richtigen Ansprechpartner sind. Das Ökosystem aus Förderprogrammen, Acceleratoren und Investor*innen ist für Gründer, die das zum ersten Mal durchlaufen, erst einmal undurchsichtig. Was uns da am meisten geholfen hat, waren die Networking- und Info-Events hier in Kiel. Durch regelmäßige Teilnahme bei opencampus.sh, KITZ und ähnlichen Formaten hat sich das Bild Schritt für Schritt geklärt und wir haben genau die Leute getroffen, die uns in die richtigen Richtungen weiterverwiesen haben.

Was könnt Ihr anderen Gründer*innen als Tipps mit auf den Weg geben?

Nutzt das Netzwerk und die Infrastruktur, die wir hier in Kiel haben, auch wenn ihr Euch nicht als klassisches Tech- oder Nachhaltigkeits-Start-up versteht. Ob Dienstleister*in, Handwerker*in oder Freelancer: Die Gespräche, die man bei opencampus.sh, im KITZ oder im GRÜNDUNGSRAUM führt, bringen einen weiter als jeder Kurs. Ihr werdet dort Menschen treffen, die Euren Weg ebnen, Eure Idee in Frage stellen und manchmal eine völlig unerwartete Rolle in eurem Unternehmen spielen.

Welche Unterstützung aus unserem Netzwerk kann Euch dabei helfen noch weiter zu wachsen?

Unser Fokus für die nächsten Monate ist ganz klar Sichtbarkeit. Wir möchten IMsights einem breiteren Publikum zeigen und mehr nach außen kommunizieren, was wir bauen. Konkrete Verbindungen zu Hausverwaltungen im DACH-Raum sowie Zugang zu Branchenevents und Fachmedien wären für uns im Moment der direkteste Hebel.

Sie wollen noch mehr über PROPFLOW erfahren oder können das Start-Up mit Ihrem Netzwerk und Know-how unterstützen?

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